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Dauerstress für Sportler, Team- oder Einzelsportler, wer haftet für die Gesundheit?

Immer mehr Sportler (Einzelsportler und Teamsportler im Fussball, Handball usw. insbesondere) beklagen sich über den Dauerstress, die Regenerationszeiten werden immer weniger, die Wettbewerbe auf nationaler und internationaler Ebene immer häufiger. Die Gesundheit der Sportler leidet unter dem Streben des Geldverdienen– Müssen der Vereine und Verbände! Es ist zwar auch richtig, dass Sportler – besonders Berufssportler – immer besser, manchmal auch unverschämt viel – verdienen, aber muss das auf die Knochen und Psyche gehen. Zu den Vereinswettbewerben kommen dann auch noch die zusätzlichen Belastungen der Auswahlspieler (Nationalspieler), von denen man – für das Land – vollen Einsatz verlangt. Die Belastungen gehen dann weiter und verlagern sich auch auf die Trainer, Manager, Funktionäre und Offiziellen. Ist da Sport noch gesund? Überschreiten die Liga- und internationalen Verbänden nicht Grenzen, die in die Unvernunft münden. Das Bosman-Urteil war ein Hallo-Wach Erlebnis für die Sportwelt. Muss zuerst etwas passieren, zum Beispiel ein Überlastungsbruch oder dergleichen eines Sportlers eintreten, damit man aufgeschreckt wird. Das Problem der psychischen Belastung von Leistungssportlern ist ja seit Robert Enke allseits bekannt. Was muss noch passieren, damit endlich reagiert wird?

Wenn in den 70iger Jahre noch 3 Trainingseinheiten in der Woche ausreichend waren, findet heuer eine tägliche Übungseinheit mindestens, meistens zwei statt. Diese werden allenfalls von Pflichtspielen auf allen Ebenen unterbrochen. Bleibt zur Regeneration wenigstens dann in der Woche noch ein Tag über? Schon bereits im Kindes- und Jugendalter werden die Trainingseinheiten immer häufiger notwendig, wenn ein bestimmtes Leistungsniveau erreicht werden will, aber auch die Intensivität der Trainingseinheiten wächst mit den Anforderungen, allerdings auch mit den körperlichen und Kognitiven Können der jungen Talente. Neben Beruf und/oder Schule sind Freunde noch zu pflegen, aber auch andere Dinge noch zu erfahren, wichtig für die Entwicklung der jungen Psyche der Nachwuchstalente.

Die Balance zwischen persönlicher Entwicklung und sportlichen Erfolg ist schwierig zu finden. 40% der Sportler geben zu, schon unter körperlichen Risiken (Verletzungen) gespielt zu haben; man nimmt also bewusst in Kauf, verletzt zu werden!

Wenn dann der Schaden (Körperschaden) oder der Burn – Out eintritt, ist das Gejammer groß, die weitere  Karriere, auch verbunden mit finanziellen starken Einbußen, zumindest gefährdet. Wer haftet dann für dieses Fiasko, der Verein, der Verband oder die medizinische Abteilung des Sportteams? Man müsste mal jetzt endlich darüber bei den Verbänden nachdenken, damit man sich nicht vorwerfen lassen muss, nichts getan zu haben. Sportlicher Erfolg ist schön, herausragend und emotional für alle Beteiligten (Sportler, Verein, Verband, Funktionäre, Medien, Zuschauer) hoch zufriedenstellend und verschafft Glückshormone. Ist das der hohe Preis wert?

Ein Schadensersatzprozess eines Sportlers gegen seinen Verein oder Verband scheint hier in absehbarer Zeit mehr als möglich, oder gar erforderlich zu sein, um die Grenzen und Schranken im Rahmen eines Organisationsverschulden richterlich abzuchecken. Auf diese sportliche Herausforderung warte ich seit Jahren.

Rechtsanwalt Wolfgang Maurer Herrenberg

Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Sportrecht im deutschen Anwaltsverein

 

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Sachverhalt aus Handballecke.de: Foul beim Tempogegenstoß mit Verletzungsfolgen.

Im Kreisligaspiel der Frauen kam es zu einem Foulspiel , bei dem die gegnerische Spielerin verletzt wurde. Beim Versuch den Ball im Gegenstoß abzulaufen, kam es zu einem körperlichen Kontakt zwischen der Geschädigten und der Verteidigerin, in dessen Verlauf ein Torerfolg erzielt wurde. Jedoch konnte sich die Werferin nicht mehr rechtzeitig vor der Hallenwand abfangen und prallte mit ihrer Hand dagegen, wodurch es zu Bruch des Handgelenkes kam.
Durch die SR wurde es als grobes Foul mit einer roten Karte ohne Bericht bestraft, weil nach ihren dafürhalten keine weitere Strafe erforderlich war.
Die verletzte Spielerin stellte daraufhin eine Strafanzeige wegen vorsätzlicher Körperverletzung, da sie anhaltende körperliche Beeinträchtigungen zu erwarten hätte.

Handball-Regel: Zunächst ist für die Spielentscheidung der Referee zuständig. Ob er einen Bericht (blaue Karte) schreibt oder nur progressiv bestraft, ist Auslegungssache, es sei denn, man kommt zu der Entscheidung grob unsportlich gegen das Regelwerk!

Strafrecht: Sportler in Teamsportarten willigen konkludent in Körperverletzungen ein, die noch regelgerecht erfolgen oder aufgrund unglücklicher Umstände Reflexe (mittelbare Auswirkungen) von Regelwidrigkeiten sind. Kommt grobe Unsportlichkeit ins Spiel, wird diese Einwilligung überschritten. Dann könnte eine straf- und zivilrechtliche Verantwortung gegeben sein.